Jedes Jahr bekommen 1000 Oberösterreicher die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“. Vor allem Kinder müssen besser vor UV-Strahlung geschützt werden.

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt jedes Jahr.“ Darauf machten die Linzer Dermatologen Johannes Neuhofer und Helmut Kehrer kürzlich bei einer Pressekonferenz aufmerksam. Sie warnten vor einem zu lockeren Umgang mit der Sonne. Jedes Jahr bekommen 1000 Menschen in Oberösterreich die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ (Melanom), noch höher ist die Zahl bei weißem Hautkrebs.

Beide Krankheiten sind laut Neuhofer gut zu behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Vor allem beim Melanom, das Metastasen bilde, könne eine frühzeitige Behandlung lebensrettend sein.

Um künftige Generationen vor Hautkrebs zu schützen, betreibt die Krebshilfe Oberösterreich in Kindergärten und Schulen seit Jahren Aufklärungsarbeit. „Bei jungen Eltern sei das Bewusstsein über die Wichtigkeit des richtigen Sonnenschutzes für Kinder oft aber noch nicht sehr ausgeprägt“, bedauert Peter Flink, Geschäftsführer der Krebshilfe Oberösterreich. Er weist auf wichtige Sonnenschutzregeln hin, die Eltern bei ihren Kindern beachten sollten:

Geeignete Sonnencreme: Die Haut von Kindern unter einem Jahr ist noch extrem empfindlich, sie sollte nie der direkten Sonne ausgesetzt werden. Doch auch im Schatten muss die Haut geschützt werden – entweder mit luftiger, UV-undurchlässiger Kleidung oder mit einer speziellen Sonnencreme, die für zarte Babyhaut geeignet ist. Die Creme sollte zudem photostabil und multiresistent, also wasser-, abrieb- und schwitzfest sein.

Kopfbedeckung: Ob Tuch, Kapperl oder Hut – Kopf und Gesicht müssen immer vor der Sonne geschützt sein. Vergessen wird oft auf den Nacken, der natürlich auch bedeckt sein muss.

Schuhe: Eltern müssen zudem darauf achten, dass die Schuhe ihrer Kinder den Fußrücken bedecken. Natürlich können die schädlichen UV-Strahlen auch an diesen Stellen Schaden anrichten.

Mythen über Hautkrebs

„Nach wie vor kursieren viele Mythen zum Thema Sonnenschutz und Hautkrebs, die im Kampf gegen diese Krankheit nicht gerade förderlich sind“, sagt der Linzer Dermatologe Johannes Neuhofer. Er klärt auf:

Mythos 1: „Ein weißes T-Shirt schützt besser vor der Sonne als ein schwarzes.“ Das stimmt nicht! Weiße Kleidung reflektiert zwar besser als schwarze, lässt aber auch mehr UV-Strahlung durch. Bei schwarzer Kleidung wird UV-Licht absorbiert und in Wärme umgewandelt.
Mythos 2: „Erst durch einen Sonnenbrand wird die Haut geschädigt.“ Auch das ist falsch, die Schädigung der Haut setzt schon vor einer schmerzhaften Rötung der Haut ein.
Mythos 3: „Nur wenn man in der prallen Sonne ist, muss man sich einschmieren.“ Falsch! Auch im Schatten, im Wasser, bei bedecktem Himmel oder mit einem nassen T-Shirt muss man sich mit Sonnencreme einschmieren, um geschützt zu sein.
Mythos 4: „Hat man bereits Hautveränderungen, sollte man diese nicht entfernen, weil sie dadurch bösartig werden können.“ Auch das stimmt nicht. Dazu der Dermatologe Helmut Kehrer vom Spital der Elisabethinen in Linz: „Im Gegenteil, man sollte Hautkrebs so rasch wie möglich entfernen, um die Chance auf Heilung zu wahren.“