Ein Sprung ins Wasser ist in Sommern wie diesen eine Wohltat. Doch besonders in stehenden Gewässern werden Menschen in der heißen Jahreszeit oft von Zerkarien befallen. Schuld daran sind die Larven eines Saugwurms (Trematoden). Über den Kot von wurmbefallenen Wasservögeln, vor allem Enten, gelangen Wurmeier ins Wasser. Aus ihnen schlüpfen kleine Larven, die normalerweise eine bestimmte Süßwasserschnecke befallen. Sie bohren sich aber manchmal auch – eigentlich versehentlich – in die Haut des Menschen, sterben dort ab und erzeugen kleine, rote, juckende Pusteln. Heuer sind von dieser Erscheinung nicht nur die üblichen Baggerseen, sondern zum Beispiel auch Gewässer im Salzkammergut – wie der Traunsee – betroffen.

Das Immunsystem springt an

„Die beste Gegenmaßnahme ist es, stehende Gewässer im Hochsommer zu meiden – besonders in der Früh. Denn da ist die Gefahr am größten“, sagt Hautärztesprecher Johannes Neuhofer. Wer von Zerkarien befallen wird, merkt dies einen Tag danach, wenn sich der Ausschlag zeigt. Gefährlich ist das meistens nicht – außer, jemand ist extrem allergisch. „Wenn die Zerkarien in die Haut eindringen, wird das Immunsystem aktiviert. Es kann dann beim nächsten Mal sein, dass das Immunsystem heftiger reagiert“, sagt der Linzer Dermatologe.

Wichtig ist es, die Pusteln zu kühlen, auch eine entzündungshemmende Creme tut gut. „Wir empfehlen juckreizstillendes Gel und Antihistamine als Creme“, sagt Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer OÖ. Weil der Ausschlag stark juckt, kratzen Menschen manchmal die Pusteln auf. „Das muss dann behandelt werden, wie jede Wunde: desinfizieren und Wundsalbe auftragen“, sagt Aichberger. Phytotherapeutisch wäre Calendula-Salbe passend. Bei starkem Juckreiz und Schwellungen können auch Antihistamine in Tablettenform Linderung verschaffen. Wer nicht kratzt, kann damit rechnen, dass die Erscheinung nach einer Woche wieder vorbei ist. Es gibt auch Maßnahmen, die vorbeugend wirken.

Vorbeugen gegen Zekarien

Abduschen und umziehen nach dem Schwimmen in stehenden Gewässern. Besonders unter nasser Badebekleidung (Badeanzug) können Zerkarien leicht zuschlagen.

Abtrocknen alleine ist nicht genug. Man sollte die Haut kräftig abfrottieren.

Einschmieren: Sonnencreme ist um diese Zeit ohnehin ein Muss. Besonders ölhaltiger Sonnenschutz kann – nach der Erfahrung einer Traunkirchnerin – aber auch gegen Zerkarien schützen. Eine Alternative ist Vaseline aus dem Drogeriemarkt, die ebenfalls die Hautoberfläche etwas versiegelt.

Rausschwimmen: In der Mitte des Sees gibt es weniger Wasservögel. Besonders von Zerkarien betroffen sind oft Ufergebiete, besonders wenn dort Schilf wächst.

 

Quelle: Artikel aus den OÖ Nachrichten