Jeder Mensch hat 80.000 bis 100.000 Haare auf dem Kopf. Glänzend, füllig und vital wirken sie in der Jugendzeit. Im Alter von 50 bis 60 Jahren kommt dann die böse Überraschung: Die Haare werden dünner, verlieren ihre Elastizität und ihre Leuchtkraft.

„Schuld daran ist die Hormonreduzierung in den Wechseljahren“, sagt der Linzer Hautarzt Johannes Neuhofer. Der Mediziner und die Landesinnungsmeisterin der Friseure Doris Steindl geben Anti-Aging-Tipps für die Haare.

1 Ernährung: Biotin (Vitamin H) fördert das Haarwachstum. Es ist vor allem in Eiern enthalten. Neben Gemüse sind „Fisch und Eier die beste Nahrung für die Haare“, sagt Johannes Neuhofer. Fisch enthält besonders viel Eiweiß. Steindl empfiehlt auch Gummibärli: „Die darin enthaltene Gelatine ist ebenfalls gut für das Haarwachstum.“

2 Nahrungsergänzungsmittel: Hilfreich zur Stärkung der Haare sind auch Mittel aus dem Pflanzenreich, zum Beispiel Soja oder Rotklee. Diese enthalten sogenannte Isoflavone, die die Haarwurzel stärken. Vor der Einnahme solcher als Dragees erhältlicher Mittel sollten sich Interessierte in der Apotheke oder beim Hautarzt beraten lassen. Ebenfalls wirksam laut Steindl sind Kieselsäure, Selen, Zink und Biotin.

3 Kopfmassage: Diese fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Der lokale Stoffwechsel wird belebt.

4 Haarverdicker: Diese Wässerchen legen sich auf die äußere Schicht des Haares. In dieser sogenannten Schuppenschicht, die ähnlich aussieht wie ein Tannenzapfen, finden die Haarverdicker Halt. Das Haar wirkt voller. Steindl rät, solche Mittel kurweise für die Dauer von etwa zwei Monaten zu verwenden und dann wieder eine Pause einzulegen.

5 Weniger Pflege: Sobald das Haar älter wird, neigen Frauen dazu, zu viele Mittel auf einmal zu verwenden. „Die Kopfhaut kann aber nur gut arbeiten, wenn sie atmen kann und der natürliche Säureschutzmantel erhalten bleibt“, sagt Steindl. Sie rät, nicht öfter als zweimal pro Woche die Haare zu waschen. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, sollte mit Shampoo sparsam umgegangen werden. Wer allzu viele Kuren und Packungen verwendet, erzielt laut der Friseurin nur den Effekt, „dass die Haare herunterhängen wie Kaugummi“.

6 Styling: Heißwickler, Lockenstäbe und Glätteisen sollten nicht täglich verwendet werden, sonst besteht die Gefahr des Haarbruchs.

7 Haarfarbe: Steindl rät, nur hochwertige Produkte zum Färben zu verwenden. Sie hat auch einen Tipp für die Wahl der optimalen Haarfarbe. Dunklere Blond- und hellere Brauntöne lassen die Haare voller aussehen. Eine gegenteilige Wirkung haben Schwarz und Weißblond.

8 Zickzack-Scheitel: Dadurch wird mehr Volumen erreicht. Einen solchen Effekt kann man auch erzielen, wenn das Haar überkopf geföhnt wird.

9 Trockenshampoo: Viele schwören darauf, weil es praktisch ist und das Haar nach der Anwendung fülliger aussieht.

10 Farbsprays, die einen schütteren Haaransatz fast verschwinden lassen, sind auch gute Mittel, um jünger zu wirken. „Sie sollten ebenso wie Trockenshampoos nicht zu viel verwendet werden, um Reizungen der Kopfhaut zu vermeiden“, sagt der Hautarzt Johannes Neuhofer.

Quelle: Interview mit den OÖ Nachrichten